Hier finden Sie kompakte Antworten auf die Fragen, die bei einem Blattlausbefall am häufigsten gestellt werden – vom klebrigen Belag auf den Blättern bis zur Frage, ob das Gemüse danach noch essbar ist. Sortiert nach Themenbereich.
An dichten Kolonien aus 1–3 mm großen, grünen, schwarzen oder rötlichen Tieren an Triebspitzen und Blattunterseiten. Dazu kommen gekräuselte, verformte junge Blätter und ein klebriger Belag auf Blättern und darunter stehenden Flächen. Weiße Häutchen zwischen den Tieren sind abgestreifte Häute und kein zweiter Schädling.
Das ist Honigtau – der zuckerhaltige Ausscheidungstropfen der Blattläuse. Er ist für die Pflanze selbst harmlos, zieht aber Ameisen an und ist der Nährboden für Rußtaupilze. Verschwindet der Befall, hört auch der Honigtau auf; die Reste lassen sich mit lauwarmem Wasser abwaschen.
Rußtau ist ein schwarzer, abwischbarer Belag aus Rußtaupilzen, die auf dem Honigtau wachsen. Er dringt nicht in das Blatt ein, nimmt ihm aber Licht. Behandeln Sie zuerst die Blattläuse – ohne Honigtau fehlt dem Pilz die Grundlage –, und wischen Sie den Belag danach mit einem feuchten Tuch ab.
Die Ameisen sind die Folge, nicht die Ursache: Sie ernähren sich vom Honigtau und verteidigen die Blattläuse dafür gegen Marienkäfer und Florfliegenlarven. Geht der Blattlausbefall zurück, verschwindet auch die Ameisenstraße. Wer die Ameisen vorher aussperrt, etwa mit einem Leimring am Stamm, lässt die Nützlinge wieder an die Kolonie heran.
Ja – einige Blattlausarten übertragen beim Saugen Pflanzenviren, und das ist der Schaden, den man nicht sofort sieht. Gegen einen Virus selbst hilft kein Mittel aus unserem Vergleich; wirksam ist nur, einen Befall früh zu erkennen und zurückzudrängen, bevor er zur Eintrittspforte wird.
Ja, aber nur die, die die Lösung direkt benetzt. Schmierseife und die Kaliseifen-Präparate in unserem Vergleich lösen die Wachsschicht der Tiere auf; sie wirken im Moment des Kontakts und hinterlassen keinen Schutz. Deshalb braucht es zwei bis drei Durchgänge im Abstand von wenigen Tagen – und gründliches Sprühen bis in die Blattunterseiten.
Ein Kontaktmittel wirkt nur, wo der Sprühnebel hinkommt, und ist danach vorbei – so arbeiten Kaliseife, Rapsöl und Pyrethrine. Ein systemisches Mittel wird von der Pflanze aufgenommen und verteilt sich über den Saftstrom; es erreicht auch versteckt sitzende Tiere und wirkt wochenlang. Der Preis dafür: Der Wirkstoff steht in dieser Zeit in der ganzen Pflanze zur Verfügung, auch in den Blüten. In unserem Vergleich bekommen die systemischen Mittel deshalb die schwächste Note bei der Nützlingsverträglichkeit.
Weil die meisten Mittel gegen Blattläuse nur bei Kontakt wirken und keinen Schutz gegen neu zufliegende Tiere aufbauen. Blattläuse vermehren sich außerdem ohne Paarung und sehr schnell: Wenige überlebende Tiere an einer schlecht erreichten Blattunterseite genügen für eine neue Kolonie. Planen Sie deshalb von Anfang an mehrere Durchgänge ein, statt nach dem ersten Erfolg aufzuhören.
Davon raten wir ab. Spülmittel ist kein Pflanzenschutzmittel, enthält Tenside und Zusätze, die Blätter schädigen können, und auf Obst, Gemüse und Kräutern ist seine Anwendung nicht zulässig. Wenn Sie den Seifenweg gehen wollen, nehmen Sie Schmierseife oder ein Kaliseifen-Präparat aus dem Handel – dasselbe Wirkprinzip, aber mit Gebrauchsanleitung und festgelegter Aufwandmenge.
Am schonendsten sind die Mittel, die nichts in der Pflanze zurücklassen: Kaliseife und Rapsöl wirken ausschließlich durch Benetzung und sind bei den meisten Präparaten in unserem Vergleich laut Herstellerangaben nicht bienengefährlich – eine Ausnahme unter den Kaliseifen-Präparaten nennt dafür keine deutsche Zulassung. In unserem Vergleich führen sie deshalb die Note für Nützlingsverträglichkeit an. Ganz folgenlos ist auch das nicht – was der Sprühnebel trifft, trifft er, also auch einen Marienkäfer auf dem behandelten Trieb. Sprühen Sie gezielt und außerhalb der Bienenflugzeiten.
Eines der beiden Neemöl-Präparate in unserem Vergleich gilt laut Kennzeichnung als nicht bienengefährlich, dokumentiert mit der Bienengefährlichkeitsklasse B4. Beim zweiten nennt unser Datenblattauszug keine eigene Bienengefährlichkeitsklasse. Die B4-Einstufung gilt zudem nur für Bienen: Der Wirkstoff Azadirachtin wirkt über Fraß- und Entwicklungshemmung und trifft damit auch Marienkäfer und Florfliegenlarven, wenn er sie erreicht.
Nein. „Bio“ und „für den ökologischen Landbau geeignet“ sagen etwas über die Herkunft des Wirkstoffs, nicht über seine Wirkung auf Nützlinge. Kaliseife, Rapsöl und Neemöl treffen jeden Nützling, den sie benetzen; eine Rezension zu einem der Neemöl-Präparate in unserem Vergleich warnt ausdrücklich vor Schäden an Marienkäfern. Entscheidend ist nicht das Siegel, sondern wie und wie lange ein Mittel wirkt.
Bei Kontaktmitteln zwei bis drei Durchgänge im Abstand von sieben bis zehn Tagen – so lange, bis keine neuen Tiere nachkommen. Die Gebrauchsanleitungen der Mittel in unserem Vergleich sehen genau das vor; mehrere Rezensionen berichten, dass eine einzelne Anwendung bei starkem Befall nur kurz hält. Systemische Mittel brauchen seltener eine Wiederholung, dafür aber Zeit: laut Hersteller rund eine Woche bis zur sichtbaren Wirkung, eine Rezension berichtet von rund zwei Wochen. Ganz ohne Nacharbeit sind sie aber nicht – laut Rezensionen kann bei stärkerem Befall eine zweite Anwendung nötig sein, und der Schutz hält nur, solange rechtzeitig nachgesteckt wird.
Am frühen Morgen oder abends, bei trockenem Wetter und nicht in der prallen Sonne – nasse Blätter in direkter Sonne verbrennen leichter. Abends sind außerdem keine Bienen mehr unterwegs. Vor Regen zu sprühen bringt nichts: Die Brühe muss antrocknen können.
Ja, und das ist bei Kontaktmitteln der häufigste Grund für ausbleibenden Erfolg. Blattläuse sitzen überwiegend an Blattunterseiten und Triebspitzen; was der Sprühnebel nicht erreicht, überlebt. Mehrere Rezensionen zu den Mitteln in unserem Vergleich beschreiben genau das – bei dicht wachsenden Pflanzen überleben einzelne Tiere und besiedeln den Trieb erneut. Sprühgeräte mit Überkopf-Düse erleichtern das.
Das hängt am Mittel. Die beiden Neudosan-Kaliseifen-Präparate in unserem Vergleich sind laut Hersteller für Obst, Gemüse und Kräuter geeignet und nennen laut Datenblatt keine Wartezeit bis zur Ernte – dort können Sie bis kurz vor der Ernte behandeln. Bei den übrigen für Nutzpflanzen geeigneten Mitteln fehlt diese Angabe im Datenblatt schlicht, bei den beiden Spruzit-Präparaten steht sogar eine kurze Wartezeit. Die beiden systemischen Mittel sind für Obst, Gemüse oder Kräuter ohnehin nicht vorgesehen – eines nennt im Datenblatt ausdrücklich keine Zulassung dafür, beim zweiten fehlt die Angabe ganz. Maßgeblich ist immer die Gebrauchsanleitung auf der Packung; waschen Sie geerntete Früchte in jedem Fall gründlich.
Nein – je Mittel ist nur ein bestimmter Anwendungsbereich vorgesehen, und nur ein Teil davon deckt Räume ab. Ein Präparat in unserem Vergleich ist laut Hersteller ausdrücklich für drinnen und draußen geeignet, ein zweites ist laut Zulassung nur für Zierpflanzen in Räumen, Gewächshaus und Wintergarten vorgesehen, und die Düngestäbchen sind laut Hersteller für Zimmer- und Balkonpflanzen gedacht. Lüften Sie beim Sprühen in Innenräumen, und rechnen Sie beim Zierpflanzen-Spray laut einer Rezension mit Flecken auf Böden und Möbeln.
Nein. Blattläuse stechen und beißen nicht, übertragen keine Krankheiten auf Menschen oder Tiere und sind beim Verschlucken ungefährlich. Vorsicht gilt nicht für die Läuse, sondern für die Mittel: Behandelte Pflanzen sollten antrocknen, bevor Kinder und Haustiere wieder herankommen, und die Gebrauchsanleitung nennt dazu je Präparat eigene Hinweise.
Die Entscheidung hängt an der Pflanze und daran, ob der Wirkstoff in ihr bleiben soll. Unser Vergleich stellt zehn Mittel gegen Blattläuse nach Wirkprinzip, Eignung je Kultur und Nützlingsverträglichkeit gegenüber.
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